Jetzt gehen auf einmal den OBs in den abgewirtschafteten Kommunen und gescheiterten Städten in NRW die Augen auf. Der Solidarpakt für den Osten soll auf den Prüfstand. Eine verständliche Einsicht angesichts der Tatsache, dass kaum noch eine Kommune angesichts ihrer Schulden frei entscheiden kann. Dass die Diskussion jetzt kommt, ist allerdings purer Populismus im Landtagswahlkampf. Vor zwei Jahren, als die Situation längst schon genauso schlecht war wie jetzt, wollte niemand etwas von einer Soli-Diskussion wissen.
Wir allerdings haben in dieser Zeit in Duisburg 10.000 Unterschriften auf der Strasse für ein Ende des Soli gesammelt und dem damaligen OB Sauerland übergeben. Das Medieninteresse war gleich Null.
Krafts Antwort auf die zunehmende Verzweiflung der "failed cities" in NRW bestand in dem Versprechen, mehr Schulden zu machen und ihnen mit geliehenem Geld dabei zu helfen aus der Schuldenfalle herauszukommen. Dieses Vorgehen und die damit verbundene Unbelehrbarkeit und Verantwortungslosigkeit haben konsequenterweise zum Scheitern des NRW-Haushalts geführt.
Die SPD in Duisburg macht es sich noch einfacher: Sie sucht gar nicht erst einen OB-Kandidaten, der bereit und fähig wäre, endlich eine Trendwende herbeizuführen, sondern stellt Sören Link auf, den ehemaligen Pflug-Praktikanten und Love-Parade-Fan.
Das ist zu wenig. Es gibt in Duisburg alle Voraussetzungen für eine prosperierende Wirtschaft, wenn man dies denn will, und eine Zukunft für alle, die bereit sind etwas zu ändern und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Widerstände auf sich zu nehmen. Wer den Niedergang wirklich auf halten will, muß grundlegende Veränderungen angehen. Diese Veränderungen werden schmerzhaft sein und von vielen wieder eigene Initiative verlangen. Ansonsten ist die Zukunft morgen schon zu Ende.
