Natürlich wurden die 11.5 Millionen für den 1. GEBAG-Rettungsschirm am Mittwoch von der SPD-geführten Ratsmehrheit durchgewinkt.
Nach dieser Sitzung stehen auch einige andere Fakten fest.
1. Diese Summe ist nicht dazu gedacht, die Gesamtsituation der GEBAG zu verbessern. Sie soll nur die Banken beschwichtigen und dafür sorgen, dass die Konten wie bisher überzogen werden können. Eine Bank hatte der GEBAG den Dispo gekündigt.
2. Die Schuldenlast der GEBAG wird durch dieses Geld nicht verringert. Die Gesamtsituation verbessert sich nicht.
3. Das Geld ist für die Stadtwerke, deren Rücklagen es entnommen wurde, auf Nimmerwiedersehen verloren. Sollte die GEBAG den Kredit jemals zurückzahlen, landet er im Stadtsäckel (und wird daraus dann wohl schneller wieder verschwinden, als er hineingekommen ist).
4. Viele der anwesenden Ratsmitglieder waren sich der Tatsache bewußt, dass ihre Zustimmung zu diesem Kredit strafrechtliche Fragen aufwerfen könnte. Es geht um Untreue und Insolvenzverschleppung. Ein großer Teil der Fragen und Wortbeiträge zielte daher auch darauf ab, den Rechtsdezernenten zu einer Aussage zu bewegen, die von den Anwesenden als Freifahrtsschein hätte verstanden werden können. Dies geschah jedoch nicht.
5. Nach Ansicht der SPD-geführten Ratsmehrheit ist der Kredit alternativlos. Ohne ihn stünde in wenigen Tagen aufgrund des gekündigten Dispos und des geschrumpften Überziehungsrahmens die Zahlungsunfähigkeit an. Dies ist richtig, wenn man der Meinung ist, dass Verkauf oder geordnete Insolvenz keine Alternativen sind.
Der Kredit hat also weder positive betriebswirtschaftliche Effekte, noch positive Wirkungen für die wirtschaftliche Situation der Stadt.
6. Und hier wird mir wirklich schwindelig: Der Rat verzichtete darauf, den Kredit in irgendeiner Form abzusichern. Warum? Um den Banken zu zeigen, dass man selbst großes Vertrauen in die künftige Zahlungsfähigkeit der GEBAG hat und keinerlei Sicherheit braucht.
Das ist verantwortungslos gegenüber den Steuerzahlern, Stromkunden und Bürgern insgesamt. Es besteht keinerlei Aussicht auf Rückzahlung. Das Geld wird also einfach verbrannt, um "Vertrauen" zu gewinnen. Griechisches Feuer, sozusagen.
Wir glauben, dass die GEBAG nicht mehr zu retten ist, jedenfalls nicht ohne Investitionen, die ein Vielfaches dessen betragen, was jetzt durchgewinkt wurde. Und dabei lassen wir den durch die Küppersmühle entstandenen Schaden noch aussen vor. Es gibt aber niemanden mehr, dem man dieses Geld noch abnehmen könnte, nicht einmal mehr mit Gewalt.